Die Steuern sind ein zentraler Aspekt den Du bei der Unternehmensgründung- und Führung beachten solltest. Je nach Unternehmensform werden unterschiedliche Steuern fällig.

Unternehmen und Steuern – Welche Abgaben müssen Unternehmer zahlen?

[Gesamt:3    Durchschnitt: 5/5]

Abhängig von verschiedenen Merkmalen fällt für normale Unternehmen ebenso wie für Selbstständige, Einzelunternehmer und Freiberufler eine bestimmte Steuerlast an. In Österreich gibt es verschiedene Arten von Steuern, die unter bestimmten Voraussetzungen fällig werden. Bereits im Vorfeld einer Gründung oder vor der Übernahme eines Betriebs sollten sich Betroffene daher genau informieren, welche Steuern anfallen und wie sie ihre Steuererklärungen vorbereiten müssen.

Was ist eine Steuererklärung?

Mit der Steuererklärung informieren Steuerpflichtige ihre zuständige Finanzbehörde über ihre Einnahmen. Denn die Einnahmen bilden die Bemessungsgrundlage für die Erhebung der verschiedenen Steuerarten.

Für bestimmte Steuerarten, wie zum Beispiel bei der Einkommensteuer erlässt das Finanzamt einen Steuerbescheid, in dem es Dir den Betrag mitteilt, den Du zu bezahlen hast.

Für andere Steuerarten, wie zum Beispiel für die Umsatzsteuer ermittelst Du als Steuerpflichtiger den Steuerbetrag selbst, den Du ohne Aufforderung an das Finanzamt abführst.

Die Steuererklärungen müssen in Österreich zu festgesetzten Terminen an das für den Steuerpflichtigen zuständige Finanzamt abgegeben werden. Die Zuständigkeit des Finanzamts richtet sich nach dem Wohnsitz des Steuerpflichtigen. Das gilt auch dann, wenn das Unternehmen in einem anderen Amtsbereich liegt. Auf Antrag kann die Zuständigkeit in das Finanzamt am Betriebssitz übergehen.
Die Abgabe der Steuererklärung erfordert in den meisten Fällen keine gesonderte Aufforderung durch das Finanzamt.

Unternehmen haben meist mehrere Steuerarten zu bezahlen und müssen daher verschiedene Steuererklärungen erstellen.

Was sind die Fristen für die Abgabe der Steuererklärungen?

Die Steuererklärungen für die zentralen Steuerarten von Unternehmen (Einkommensteuer, Körperschaftssteuer und Umsatzsteuer) sind jeweils bis spätestens zum 30. April des Folgejahres abzugeben. Für Unternehmer, deren Vorjahresumsatz 30.000 Euro übersteigt, ist die elektronische Abgabe der Steuererklärungen Pflicht. Wer die elektronische Übermittlung über FinanzOnline vornimmt, der hat eine Frist bis zum 30. Juni des Folgejahres.

Auf Antrag kann die Frist für die Abgabe der Steuererklärungen verlängert werden. Wer einen Steuerberater für die Abgabe der Steuererklärungen beauftragt, der hat noch länger Zeit. Die Fristverlängerungen für die Abgabe der Steuererklärungen durch den Steuerberater vereinbart dieser nach Übernahme eines Mandats meist direkt mit dem Finanzamt.

Was muss den Steuererklärungen beigelegt werden?

Der Einkommensteuererklärung und der Körperschaftsteuererklärung von bilanzpflichtigen Unternehmen müssen die Bilanz mit Jahresabschluss, Gewinn- und Verlustrechnung sowie Geschäftsberichten beigelegt sein.

Welche Steuern sind für Unternehmen in Österreich von Bedeutung?

Die Steuerarten Einkommensteuer und Umsatzsteuer sind für nahezu alle Unternehmen in Österreich von zentraler Bedeutung. Für österreichische Unternehmen können aber auch die Körperschaftsteuer sowie die Kapitalertragsteuer fällig werden.

Kurzüberblick der Steuerarten:

Welche Steuerarten beziehen sich auf die Rechtsform?

In Österreich kennt das Steuerrecht drei Steuerarten, die von der Rechtsform eines Unternehmens abhängig sind:

  • Einkommensteuer
  • Körperschaftsteuer
  • Kapitalertragsteuer

Billomat Online Buchhaltung

  • Für Einsteiger, Selbstständige & Gründer
  • Die Geschäftszahlen immer im Blick
  • Steuerberaterzugang

kostenlos testen ▸

Was ist die Einkommensteuer?

Die Einkommensteuer wird durch den Staat von natürlichen Personen erhoben. Auch als Unternehmer ist die Erstellung einer Einkommensteuererklärung erforderlich. Bei der Einkommensteuererklärung gibst Du alle Deine Einkünfte an, die Du im Rahmen Deiner gewerblichen oder freiberuflichen Tätigkeit erwirtschaftet hast.

Jeder, der in Österreich seinen Wohnsitz hat, muss die Einkommensteuer bezahlen, sobald er ein Einkommen erzielt. Abhängig von ihrer Rechtsform sind Unternehmen von der Pflicht betroffen, eine Einkommensteuererklärung abzugeben:

  • Natürliche Personen
    Zu den natürlichen Personen zählen alle Personen, die ein Einkommen erzielen, wie zum Beispiel durch den Verkauf von Beteiligungen oder durch den Gewinn aus Spekulationen. Daneben zählen auch Einzelunternehmer oder Unternehmensinhaber zu den natürlichen Personen, die eine Einkommensteuererklärung abgeben müssen.

    Darüber hinaus müssen zum Beispiel auch Geschäftsführer für ihre Einnahmen aus Gewinnausschüttungen durch eine Kapitalgesellschaft eine Einkommensteuererklärung abgeben.
  • Personengesellschaften
    Auch Personengesellschaften, die Gewinne erzielen, müssen eine Einkommensteuererklärung abgeben. Dazu zählen die Unternehmensformen Kommanditgesellschaft KG, Offene Gesellschaft OG, GmbH & Co KG und Gesellschaft bürgerlichen Rechts GesBR

Wie funktioniert die Einkommensteuererklärung?

Steuerpflichtige müssen ihre Einkommensteuererklärung für das abgelaufene Kalenderjahr erstellen. Eine Pflicht zur Steuererklärung besteht für steuerpflichtige Unternehmer, deren Einkünfte ganz oder auch nur teilweise aus betrieblichen Einkünften bestehen.

Nach Abgabe der Einkommensteuererklärung ermittelt die zuständige Finanzbehörde den zu bezahlenden Steuerbetrag. Für die Ermittlung des Steuerbetrags zieht diese die Einnahmen des Steuerpflichtigen heran. Bei der Steuererklärung werden die Sonderausgaben sowie außergewöhnliche Belastungen von der Gesamtsumme der Einkünfte abgezogen. Aus dem Restbetrag ermittelt die Finanzbehörde den Betrag der Einkommensteuer, den der Steuerpflichtige bezahlen muss.

Was ist die Einkommensteuervorauszahlung?

Unternehmer können durch das Finanzamt veranlagt werden, eine Vorauszahlung zur Einkommensteuer zu leisten. In diesem Fall führen sie in regelmäßigen Abständen einen festgesetzten Steuerbetrag als Einkommensteuervorauszahlungen an das Finanzamt ab.

Nach Ablauf eines Kalenderjahres erfolgt zusätzlich die jährliche Steuererklärung. Aufgrund der Jahressteuererklärung setzt die Finanzbehörde die anfallende Einkommensteuer für das betreffende Jahr fest. Ergeben sich aus der jährlichen Abrechnung Abweichungen von seinen Vorauszahlungen, dann erhält der Steuerpflichtige entweder eine Steuerrückzahlung, oder er muss aufgrund einer höher ausfallenden Einkommensteuer eine Nachzahlung leisten.

Was ist die Umsatzsteuer?

Die Umsatzsteuer ist eine so genannte Konsumentensteuer. Denn sie belastet den Endverbraucher. In der Regel unterliegen Lieferungen und Leistungen, die Unternehmer gegenüber ihren Kunden erbringen, der Umsatzsteuer.

Die Umsatzsteuer muss durch die Unternehmen von deren Kunden im Zuge der Rechnungsstellung erhoben werden. Die vereinnahmte Steuer führt das Unternehmen in regelmäßigen Abständen an die Finanzbehörde ab.

Umsatzsteuer wird in der Regel bei jedem Verkauf erhoben. Bei der Rechnungsstellung wird die Umsatzsteuer ausgewiesen. Umsatzsteuer wird für die folgenden Vorgänge fällig:

  • Warenlieferung
  • Dienstleistung
  • Eigenverbrauch von Unternehmern
  • Warenimport aus Drittländern

Was ist die Vorsteuer?

Die Vorsteuer ist die Umsatzsteuer, die ein Unternehmer für eine Lieferung oder Leistung an einen anderen Unternehmer bezahlt. Die gezahlte Vorsteuer kann das Unternehmen von seiner Steuerschuld aus vereinnahmten Umsatzsteuern abziehen. Mit der Verrechnung zwischen vereinnahmter Umsatzsteuer und geleisteter Vorsteuer verringern Unternehmen ihre Umsatzsteuerschuld.

Wie funktioniert die Umsatzsteuererklärung?

Bei der Umsatzsteuererklärung rechnet das Unternehmen sämtliche Beträge aus vereinnahmter Umsatzsteuer zusammen und zieht die Summe der geleisteten Vorsteuern ab. Der Restbetrag ergibt die Steuerschuld des Unternehmens.

Die Umsatzsteuererklärung ist einmal im Jahr zu erstellen und die daraus ermittelte Steuerschuld an das Finanzamt abzuführen. Die Umsatzsteuervoranmeldung UVA ist eine unterjährige Steuererklärung, die das steuerpflichtige Unternehmen in regelmäßigen Abständen neben der jährlichen Umsatzsteuererklärung erstellt.
Für Umsätze von mehr als 100.000 Euro muss die UVA monatlich, für Umsätze zwischen 30.000 Euro bis 100.000 Euro vierteljährlich erstellt werden.

Was ist die Körperschaftssteuer?

Die Körperschaftsteuer KöSt ist die Einkommensteuer von so genannten Körperschaften. Die Körperschaftsteuer ist im Körperschaftsteuergesetz KStG geregelt.

Körperschaftsteuer fällt für die so genannten juristischen Personen an. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Gesellschaften mit beschränkter Haftung GmbH
  • Genossenschaften
  • Vereine
  • Aktiengesellschaften AG
  • und mehr

Körperschaftsteuer fällt auch bei einer Gewinnausschüttung durch eine Gesellschaft an eine juristische Person an. Die Körperschaftsteuer bemisst sich nach dem Jahresgewinn eines Unternehmens.

Wie funktioniert die Steuererklärung zur Körperschaftsteuer?

Einmal im Jahr ist die Körperschaftsteuererklärung durch das betroffene Unternehmen zu erstellen und beim zuständigen Finanzamt einzureichen. Das Finanzamt erlässt an das steuerpflichtige Unternehmen einen Steuerbescheid mit der Steuerschuld, die dieses zu bezahlen hat.

Was ist die Kapitalertragsteuer?

Ähnlich wie die Körperschaftsteuer ist die Kapitalertragsteuer keine eigene Steuerart. Vielmehr ist die Kapitalertragsteuer KESt eine besondere Form der Erhebung von Einkommensteuer. Sie ist eine so genannte Quellensteuer, die für die Erträge aus Kapitalvermögen fällig wird. Als Quellensteuer wird sie nicht vom Steuerpflichtigen selbst, sondern von seinem Schuldner an das Finanzamt abgeführt. Somit entfällt eine Steuererklärung für die Kapitalertragsteuer.

Die Kapitalertragsteuer wird auf inländische Kapitalerträge fällig. Zu diesen gehören:

  • Gewinnanteile, Zinsen und weitere Erträge aus Anteilen einer GmbH oder AG
  • Gewinnanteile, Zinsen und weitere Erträge aus Anteilen an Genossenschaften
  • Einkünfte aus Beteiligungen als stiller Gesellschafter
  • Zinserträge aus Geldeinlagen, Wertpapieren und Schuldverschreibungen
  • Zuwendungen von nicht gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Privatstiftungen

Mache Deinen Steuerberater glücklich!

Billomat bietet Dir einen Steuerberater-Zugang inkl. Datev-Export.


kostenlos testen ▸

Wann ist die Beauftragung eines Steuerberaters sinnvoll?

Unternehmen, die eine komplexe Firmenstruktur haben, sollten in jedem Fall für ihre Steuererklärung einen Steuerberater engagieren. Das trifft vor allem für Unternehmen zu, die eine Pflicht zur doppelten Buchführung haben. Denn der Steuerberater bietet für seine Mandanten ein umfangreiches Angebot an Leistungen, die entsprechende Unternehmen entlasten können. Zu den Tätigkeiten, die ein Steuerberater ausführen kann, gehören:

  • Erstellung der Buchhaltung
  • Erstellung von Jahresabschlüssen
  • Erstellung der Steuererklärungen
  • Prüfung von Steuererklärungen
  • Steuerberatung
  • Betriebswirtschaftliche Beratung
  • Beratung zum Rechnungswesen
  • Steuerrechtliche Beratung
  • Treuhänderische Aufgaben
  • Gutachten für Unternehmenssanierungen
  • Gutachten als Sachverständiger

Steuerberater für Teilbereiche

Auch wenn Dein Unternehmen seine Steuererklärungen selbst erstellt, kann es sinnvoll sein, einen Steuerberater in einem oder mehreren Teilbereichen einzusetzen. So kannst Du zum Beispiel die Beratung durch ein Steuerbüro für bereits erstellte Steuererklärungen in Anspruch nehmen, um diese überprüfen zu lassen. Die Überprüfung kann Deiner Buchhaltung wertvolle Informationen geben, wie sie ihre Steuererklärung noch verbessern kann.

Steuerberater für bilanzierende Unternehmen

Unternehmen, die eine Bilanz erstellen müssen, sollten in jedem Fall einen Steuerberater hinzuziehen. Denn die doppelte Buchführung stellt nicht nur hohe Anforderungen an die laufende Erfassung von Geschäftsvorfällen. Bei der Erstellung der Bilanz kann die Mitwirkung eines Steuerberaters dabei helfen, zum Beispiel die richtige Zuordnung sämtlicher Kontierungen zu klären, Korrekturen zu veranlassen und schließlich die betriebswirtschaftlichen Bewertungen vorzunehmen.

Klärung der Aufgabenverteilung

In jedem Fall sollte vor der Beauftragung eines Steuerberaters ein ausführliches persönliches Gespräch den Bedarf in Deinem Unternehmen klären. Auf diese Weise kann der Steuerberater feststellen, mit welchen Kompetenzen er Deine Firma besonders effektiv unterstützen kann.

Du willst weiterhin Infos zum Thema Buchhaltung erhalten?


Erhalte alle zwei Wochen die neuesten Nachrichten zum Thema Buchhaltung, Steuern und Gründung!



Jetzt anmelden