Bei der Berechnung der Lohnsteuer müssen die verschiedenen Lohnsteuertarife, Überstunden, Sachebezüge und Gefahrenzulagen berücksichtigt werden.

Was müssen Unternehmen über die Lohnsteuer wissen?

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Zusätzlich zu den Lohnkosten für Deine Angestellten, fallen für Dein Unternehmen neben dem ausgezahlten Gehalt auch Sozialabgaben sowie die Lohnsteuer an. Für die Berechnung und Bezahlung der Lohnsteuer ist der Arbeitgeber verantwortlich. Aus diesem Grund ist es erforderlich, dass Du als Unternehmer über umfassende Informationen im Zusammenhang mit der Lohnsteuer verfügst. Wir haben das Thema Lohnsteuer für Dich aufbereitet.

Was ist die Lohnsteuer?

Die Lohnsteuer ist eine besondere Form der Einkommensteuer. Die Lohnsteuer unterscheidet sich von der Einkommenssteuer insbesondere durch die anders gestaltete Form der Erhebung. Die Lohnsteuer fällt für Steuerpflichtige an, die über ein Einkommen aus nicht selbstständiger Arbeit verfügen. Der Arbeitgeber zieht die Steuer vom vereinbarten Arbeitslohn vor der Auszahlung ab und leitet den Steuerbetrag an das Finanzamt weiter.

Wer muss Lohnsteuer bezahlen?

Grundsätzlich müssen Arbeitnehmer und Pensionisten Lohnsteuer bezahlen. Wer in ein Angestelltenverhältnis eintritt, der muss von dem Arbeitsentgelt, das er mit seinem Arbeitgeber vereinbart hat, einen festgelegten Anteil in Form von Lohnsteuer abgeben. Der Arbeitgeber zieht die Lohnsteuer bei der monatlichen Gehalts- oder Lohnauszahlung vom Arbeitsentgelt ab und behält diese bis zur Auszahlung ans Finanzamt ein. Am 15. Kalendertag des Folgemonats führt der Arbeitgeber die einbehaltene Lohnsteuer dann an das zuständige Finanzamt ab.

Was muss der Arbeitnehmer über die Lohnsteuer wissen?

Der Arbeitnehmer ist an der Abwicklung der Lohnsteuerberechnung und der daraus folgenden Auszahlung an das Finanzamt nicht beteiligt. Er kann am Jahresende jedoch eine Einkommensteuererklärung abgeben, um im gegebenen Fall eine Lohnsteuererstattung für zu viel bezahlte Lohnsteuer zu erhalten. Daneben hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf eine monatliche Gehalts- oder Lohnabrechnung durch den Arbeitgeber.

Welche Tarife gelten für die Lohnsteuer?

Die Lohnsteuer entspricht dem Tarif für die Einkommensteuer. Die Steuersätze für die Lohnsteuer sind demnach in sieben Staffeln aufgeteilt. Der Arbeitgeber ermittelt den Steuerbetrag für die Lohnsteuer anhand des so genannten progressiven Staffeltarifs. Dabei fällt jeder Staffel, die für eine festgelegte Einkommensstufe steht, ein bestimmter Steuersatz zu. Der Steuersatz für die Lohnsteuer liegt in Österreich zwischen 25 und 55 Prozent des zu versteuernden Einkommens.

Lohnsteuertarif
Einkommen in EuroLohnsteuersatz in Prozent
bis 11.0000%
11.000 - 18.00025%
18.000 - 31.00035%
31.000 - 60.00042%
60.000 - 90.00048%
90.000 - 1.000.00050%
ab 1.000.00055%

Wie funktioniert die Lohnverrechnung?

Bei der Lohnverrechnung unterscheiden Unternehmer zwischen der innerbetrieblichen und außerbetrieblichen Abrechnung. Beide Abrechnungen werden monatlich ausgeführt.

  • Innerbetriebliche Abrechnung
    Das Nettogehalt errechnet sich aus dem Bruttogehalt abzüglich des Sozialversicherungsbeitrags des Dienstnehmers und abzüglich der Lohnsteuer
  • Außerbetriebliche Abrechnung
    Die außerbetriebliche Abrechnung berücksichtigt sämtliche Zahlungen des Betriebs an das Finanzamt, an die Krankenversicherung und die Mitarbeitervorsorgekasse sowie an die Gemeinde. Darüberhinaus berücksichtigt die Abrechnung die Abzüge des Dienstnehmers sowie die Lohnnebenkosten, die der Arbeitgeber bezahlt.

Welche weitere Pflichten ergeben sich für Arbeitgeber hinsichtlich der Lohnsteuer?

Unternehmen müssen für jeden Arbeitnehmer ein Lohnkonto führen, in dem alle Daten, die die Lohnverrechnung betreffen zusammengefasst werden. Auch für vorübergehend oder geringfügig Beschäftigte müssen Unternehmer ein Lohnkonto führen.

Für jeden Angestellten müssen Unternehmer darüber hinaus einmal im Jahr einen Lohnzettel mit Hilfe des Formulars L16 an das Finanzamt schicken. Die Abgabefrist für den Lohnzettel gilt bis Ende Februar des Folgejahres. Wird ein Arbeitsverhältnis unterjährig beendet, dann muss der Lohnzettel unterjährig an das Finanzamt geschickt werden.

Jeder Angestellte muss monatlich eine Lohn- und Gehaltsabrechnung erhalten.

Welche Bedeutung haben Überstunden für die Lohnsteuer?

Überstunden gehören nicht zur Normalarbeitszeit. Da die Normalarbeitszeit mit dem vereinbarten Lohn vergütet wird, verursachen Überstunden Lohnschwankungen. Diese haben Auswirkungen auf die Abrechnung der Lohnsteuer.

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Wann fallen Überstunden an?

Arbeitnehmer, die mehr als die gesetzlich zulässige Arbeitszeit in Höhe von 40 Stunden pro Woche oder 8 Stunden pro Tag arbeiten, leisten im rechtlichen Sinne Überstunden. Dabei können die Stunden der sogenannten Normalarbeitszeit auch anders eingeteilt werden.

Hat ein Betrieb einen höheren Bedarf an Arbeitseinsatz, dann kann er seine Arbeitnehmer mit höchstens 20 Überstunden pro Woche belasten. Dabei darf die tägliche Arbeitszeit jedoch 12 Stunden nicht überschreiten. Zugleich darf die wöchentliche Arbeitszeit nicht mehr als 60 Stunden inklusive der Überstunden betragen. Nur in Ausnahmefällen können Arbeitgeber von ihren Angestellten weitere Überstunden abverlangen. Die entsprechende Mehrbelastung kann in Ausnahmefällen durch das Arbeitsinspektorat genehmigt werden.

Für eine Überstunde ist mindestens ein Zuschlag von 50 Prozent pro geleisteter Überstunde zu bezahlen. Dabei kann die Überstunde auch mit einem entsprechenden Zeitausgleich beglichen werden. Für eine Überstunde werden daher 1,5 Stunden Zeitausgleich angerechnet. Auch für die Arbeit bei Nacht, an Feiertagen oder Sonntagen wird in vielen Tarifverträgen höher vergütet.

Wie werden Überstunden besteuert?

Überstundenzuschläge werden nur zum Teil mit Lohnsteuer belegt. Die ersten zehn Überstundenzuschläge, die einen Zuschlag von 50 Prozent nicht übersteigen, sind steuerfrei. Zugleich sind insgesamt maximal 86 Euro der Überstundenzuschläge im Monat steuerfrei.

Wie werden sonstige Bezüge besteuert?

Sonstige Bezüge sind zum Beispiel das Weihnachtsgeld oder das Urlaubsgeld. Sie fallen nur einmal im Jahr an. Für sie werden niedrigere Steuersätze zwischen 6% bis 35,75% abhängig von der Höhe der Bezüge angesetzt. Dabei gilt ein Freibetrag in Höhe von 620 Euro.

Wie werden Gefahrenzulagen und Zulagen für Schmutz und Erschwernis besteuert?

Stehen einem Arbeitnehmer Zulagen für Schmutz, Erschwernis oder Gefahren zu, dann gilt für diese ein Freibetrag in Höhe von 360 Euro. Findet die Arbeit zudem vorwiegend bei Nacht statt, dann bleiben bis 540 Euro steuerfrei.

Welche Bedeutung haben Sachbezüge für die Lohnsteuer?

Beziehen Arbeitnehmer von ihrem Betrieb neben ihrem Lohn weitere Werte in Form von Gegenständen oder sonstigen Begünstigungen, dann erhalten sie im Sinne des Steuerrechts einen Wertvorteil. Dieser hat Auswirkungen auf die Besteuerung.

Was sind Sachbezüge?

Sachbezüge oder so genannte Sachzuwendungen an Dienstnehmer sind Einnahmen eines Arbeitnehmers, die nicht in Geld ausbezahlt werden. Der Sachbezug stellt eine Bereicherung für den Empfänger dar und gilt daher als Teil des Lohns, für den Lohnsteuer anfällt. Laut der Sachbezugswerteverordnung fallen neben weiteren zum Beispiel die folgenden Vorteile unter den steuerbaren Sachbezug:

  • Privatnutzung des Firmenfahrzeugs
    Zu den FirmenKFZ gehören neben normalen PKWs auch Motorräder
    Eine Privatnutzung trifft dann zu, wenn der Arbeitnehmer ein Firmenfahrzeug für Fahrten nutzen kann, die nicht beruflich veranlasst sind.
    Als Betrag für den Sachbezug werden in der Regel 2 % der Anschaffungskosten des genutzten KFZ und zugleich maximal 960 Euro monatlich angesetzt.
  • Bereitstellung eines Parkplatzes
    Wenn Arbeitnehmer die Möglichkeit haben, den privat genutzten Firmenwagen in einem sonst kostenpflichtigen Parkplatz kostenlos abzustellen, dann entsteht ein Sachbezugswert in Höhe von 14,53 Euro monatlich.
  • Zinsersparnis
    Erhält ein Arbeitnehmer von seinem Betrieb ein unverzinsliches oder zinsverbilligtes Arbeitgeberdarlehen oder Gehaltsvorschüsse in Höhe von mehr als 7.300 Euro, dann entsteht ein geldwerter Vorteil. Die hieraus erfolgte Zinsersparnis wird mit 0,5% angesetzt. Die Zinsersparnis muss auf den Lohn aufgeschlagen werden und ist mit Lohnsteuer belegt.
  • Wohnraum
    Kann ein Arbeitnehmer eine Betriebswohnung seines Arbeitgebers nutzen, dann gilt diese als Sachbezug. Für die Ermittlung des Sachbezugwertes werden Richtwerte für mietrechtliche Normwohnungen herangezogen. Bezahlt der Arbeitnehmer für die Betriebswohnung eine Miete, dann muss der Mietbetrag mit dem Richtwert abgeglichen werden. In diesem Fall ist der Betrag, mit dem der Richtwert den bezahlten Mietbetrag übersteigt, als Sachbezugswert anzusetzen.

Welche Sachbezüge sind steuerfrei?

Zu den steuerfreien Sachbezügen gehören unter bestimmten Voraussetzungen

  • Mitarbeiterrabatte bis 20%
  • Teilnahme an Betriebsveranstaltungen
  • Sachgeschenke
  • Jubiläumsgeschenke
  • Freie oder vergünstigte Mahlzeiten
  • Nutzung von Einrichtungen und Anlagen des Betriebs

Wie müssen Sachbezüge versteuert werden?

Sachbezüge müssen bei der monatlichen Lohnabrechnung in Beträgen erfasst und zum Lohn hinzu gerechnet werden. Dies führt zu einem Ansteigen des Bruttolohns, für den entsprechend mehr Lohnesteuer anfällt.

Sachbezüge können jedoch nicht auf das kollektivvertragliche Mindestentgelt angerechnet werden. Für Angestellte, die ein entsprechendes Mindestentgelt erhalten, sind Sachbezüge steuerbefreit.

Welche Beträge können von der Lohnsteuer abgesetzt werden?

Bestimmte Ausgaben von Arbeitnehmern können von der Lohnsteuer abgesetzt werden. Da die Ausgaben sehr unterschiedlich ausfallen, gewährt der Gesetzgeber für bestimmte Belastungen oder Aufwendungen unterschiedlich festgesetzte Absetzbeträge. Zu den absetzbaren Aufwendungen oder Belastungen gehören:

  • Alleinverdiener-Absetzbetrag
  • Alleinerzieher-Absetzbetrag
  • Pendlerpauschale
  • Pendlereuro
  • Jobticket
  • Reisekosten für Dienstreisen
  • Auslandsdienstreisen
  • Fahrtkostenersatz
  • Kilometergeld

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